Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /home/.sites/538/site2143/web/projekte/musikverein-windhaag/libraries/cms/application/cms.php on line 464 Die Geschichte der Bürgerkorpskapelle Windhaag bei Perg...

Die Geschichte der Bürgerkorpskapelle Windhaag bei Perg...

...ist auf das Bürger-Schützenkorps zurückzuführen. Bereits im Mittelalter kam es zur Gründung städtischer Bürgerwehren (Bürgerkorps), deren Ziel die Verteidigung und Beschirmung der Städte vor Aggressionen und Angriffen war. So entstanden zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert Bürgerwehren in Freistadt (1130), Ried im Innkreis, Vöcklabruck und Steyr (1380), die sich aus wehrhaften Bürgern und Söldnern zusammensetzten.

Als sich nach Kaiser Maximilians "ewigem Landfrieden" die Zeiten zu beruhigen begannen und der Schutz- und Wehrcharakter dieser Bürgerkorps nicht mehr im Vordergrund stand, entwickelten sich aus den einstigen Bürgerwehren vielfach "Bürgerschützen" und "Schützenkorps", deren Hauptzweck die Übung im Gebrauch der (Feuer- und anderer) Waffen bildete. Mit dem aufkommenden und zunehmenden Einfluss der Landstädte im 16. und 17. Jahrhundert kamen diese in kriegerischen Zeiten ihren Landesherren zu Hilfe. Die Hussiteneinfälle, die böhmischen Grenzkriege, die bewaffneten Auseinandersetzungen mit Türken und Schweden und schließlich auch die Bauernkriege in OÖ. veranlassten Kaiser und Stände, freiwillige Jäger und Schützen zur Verteidigung aufzurufen. Dies bedeutete eine besondere Belegung der örtlichen Bürgerwehren oder führte zur Neugründung einzelnen Korps. Die Bürgerkorps in Haslach, Leonfelden ebenso wie jene in Aigen, Grieskirchen, Hall, Kremsmünster, Mattighofen, Riedau, Unterach und Windhaag bei Perg (1662) verdanken diesem Umstand ihre Entstehung. Während der Zeit der Franzosenkriege befahl der französische Gouverneur zwar im Mai 1809 die Auflösung aller OÖ. Bürgerkorps, jedoch nach Abzug der Franzosen wurde diese Maßnahme aber wieder rückgängig gemacht. Nicht immer wird in Dokumenten oder zeitgenössischen Berichten die Musik in den Bürgerkorps ausdrücklich erwähnt. Dennoch belegen Bilder oder erhaltene Instrumente das Vorhandensein oft recht respektabler Musikbanden bei den oberösterreichischen Bürgerkorps. Aufzeichnungen scheinen über die Organisation der Bürgerkorps mit den Musikbanden auf. Von Anfang an stand neben der Erhaltung der inneren Ordnung militärische Repräsentation im Vordergrund dieser uniformierten Formation. Dass diese Repräsentation der Musik in der Öffentlichkeit einen wichtigen Stellenwert einräumte, versteht sich beinahe von selbst. Bei feierlichen Anlässen waren die Korps mit den Musikern sehr begehrt und willkommen. Dienstvorschriften regelten das Zusammenwirken zwischen Korps und Musik. Die Ausrückungen waren genau geregelt. Fronleichnam, des Kaisern Namensfest sowie Besuche von durchlauchten Personen des kaiserlichen Hauses waren Pflichtausrückungen. Dem ernannten Korpskommandanten und dem Kapellmeister musste jederzeit mit gebührendem Anstand, Achtung und Höflichkeit begegnet werden. Die Aktivitäten der Bürgerkorpsmusiken waren namentlich im 19. Jahrhundert vielfältig und unterschiedlich. Oftmals reichten sie über den örtlichen Wirkungskreis weit hinaus. Überdies sollten sich die Bürgerkorpskapellen im Rahmen des aufkommenden vereinsmäßigen Blasmusikwesens als wichtige impulsspendende Faktoren erweisen. Musikkapellen wie Freistadt, Kollerschlag, Schlägl, Gründburg usw. gingen aus Bürgerkorps- und Bürgergardenmusikkapellen hervor. So auch offiziell in Windhaag bei Perg im Jahr 1890.

Foto: Musikverein Windhaag um 1890

1. Reihe vorne: (3 Schlagzeuger, 1 Trompeter) Panhofer, Holzer, Fürst, Hiesböck

2. Reihe v.j.: Simon Huber (halb verdeckt), Franz Karlinger, Karl Amstler, Pointner, Holzer, Karl Schredinger, Daniel Wansch

3. Reibe v.l.: Georg Enzendorfer, Johann Ballatsch, Dietlbacher, Holzer Johann Raab, Franz Aistleitner

4. Reihe v.l.: Karl Weiß, Franz Kragl, Franz Steinkellner, Franz Königshofer, Josef Steinkellner, Georg Hiesböck, Johann Maresch, Johann Gruber, Daniel Guslbauer, Markus Schwaiger

5. Reihe v.l.: Kragl, Georg Kollroß, Johann Raab, Martin Schwaiger, Moser, Johann Königshofer, Florian Dirnberger, Johann stollnberger, Math. Mitterlehner, Isidor Holzmann

6. Reihe v.l.: Kragl, Peter Raab, Josef Neulinger, Georg Stollnberger, Franz Daimler, Johann Raab

Click me

BKK erleben...